Der Jugendrat hat im April klar gesagt, was fehlt: Orte, an denen man sich mit Freundinnen und Freunden treffen kann. Räume zum Chillen. Möglichkeiten, einfach mal etwas zu starten. Wir nehmen das ernst – und bringen einen konkreten Antrag in den Stadtrat.Mal ehrlich: Wer in Emsdetten jung ist, weiß, dass die Auswahl überschaubar ist. Wo trifft man sich, wenn man nicht in der Schule, im Verein oder zuhause sein will? Wo macht man einfach mal was, ohne dass es teuer ist oder eine Anmeldung braucht? Diese Fragen kommen nicht von uns – die kommen aus dem Jugendrat selbst. Und sie sind berechtigt.Politisch wird für die Jugend in dieser Stadt seit Jahren zu wenig gemacht. Wir finden: Wenn der Jugendrat klare Ideen formuliert, dürfen die nicht in irgendeinem Protokoll verschwinden. Sie gehören auf den Tisch, ernsthaft diskutiert und – wo es geht – umgesetzt.
Der Tram ist genau so ein Ort
Eine der Ideen aus dem Jugendrat: ein Pumptrack auf dem „Treff am Mühlenbach", kurz Tram. Das Gelände zwischen Bachstraße und Moorbrücke ist dafür praktisch wie gemacht. Es hat ein natürliches Gefälle, genug Fläche, und es liegt zentral genug, um ein echter Treffpunkt zu sein.Christian Meyer, unser Fraktionssprecher, ist selbst seit Jahren Mountainbiker. Seine Einschätzung: Eine solche Anlage ließe sich hier mit einfachen Mitteln realisieren. Kein Millionenprojekt, kein Prestigebau – sondern eine Strecke, die das Gelände nutzt, wie es ist.Und ein Pumptrack ist eben nicht nur eine Strecke zum Fahren. Er ist ein Treffpunkt. Man kommt mit Rad, Skateboard, Inliner oder einfach so vorbei, schaut zu, redet, hängt ab. Genau das, was der Jugendrat als fehlend benannt hat.
Was es bisher gibt – und warum es nicht reicht
Der Pumptrack an der Hollinger Schule, 2020 eingeweiht, ist eine leichte Wellenanlage. Für den Einstieg okay, aber wer mehr will, kommt damit nicht weit. Die Skateanlage ist für Mountainbikes nicht gemacht. Und Rheine ist halt Rheine – nicht jeder kommt da hin oder hat Lust auf den Weg.Auf dem Tram wäre Platz für etwas, das wirklich funktioniert. Auch große Sprünge wären möglich, anders als auf den bestehenden Anlagen. Wie genau die Strecke aussieht, was sie kann, welche Elemente sie hat – darüber muss mit denen gesprochen werden, die sie nutzen. Nicht über sie hinweg. Der Jugendrat war Ausgangspunkt der Idee und gehört auch in die Planung.
Was wir konkret beantragen
Wir beantragen, im Etat 2027 die Finanzmittel für den Umbau des Tram einzustellen. Das ist der erste, notwendige Schritt – denn ohne Geld im Haushalt passiert nichts.Den Tram als Ort haben wir bewusst gewählt: Schon einmal hatte er das Potenzial, lebendig zu werden. Dann kamen Lärmbeschwerden, die Anlage wurde abends gesperrt, und damit war es vorbei, bevor es richtig angefangen hatte. Diesmal muss die Frage, wie sich aktive Nutzung und Nachbarschaft vertragen, von Anfang an mitgedacht werden – mit Anwohnerschaft und Jugendrat zusammen.Die aktuellen Überlegungen, auf dem Tram-Gelände das Herzstück eines Nahwärmenetzes mit einer riesigen Wärmepumpe zu errichten, wären mit dieser Nutzung selbstverständlich unvereinbar. Ein solches Nahwärmenetz halten wir an dieser Stelle nicht nur für den falschen Ansatz; wir kritisieren auch sehr deutlich, dass dafür ein wichtiges Stück Innenstadtgrün am Mühlenbach geopfert werden soll. Diese Debatte führen wir jedoch an anderer Stelle weiter.
Was als nächstes passiert
Der Antrag geht in die Beratungen. Wer Ideen hat, Erfahrungen aus anderen Anlagen kennt oder einfach beim Thema dranbleiben will: Sprecht uns an.